Ich glaub´s ja nich!

Bei meinem Versuch, den F. A. S.-Leseberg des vergangenen Jahres abzutragen (wir berichteten), vertiefe ich mich immer mit besonderem Genuß in die Glossen Blühende Landschaften von Peter Richter. Diesmal hat mir der treffliche Sachse wieder einmal aus dem Herzen gesprochen, was er eigentlich immer tut (wobei ich immer wieder feststelle, daß er das ausschreibt, was ich schon immer gedacht habe). Unter der Überschrift “Glaubenskrieg” ging es um die durch (new) scotland yard am 10.08.2006 (8/10) vereitelten Flugzeuganschläge (wir berichteten). Hier ein Auszug, bei dem seine Art zu schreiben (Dinge zusammenzuführen, die auf den ersten Blick nicht zusammenzugehören scheinen) besonders anschaulich wird:

Zum Beispiel: Es war einfach mal wieder an der Zeit, denn “die” (Amerika, der militärisch-industrielle Komplex, “die da oben”) wollen uns in Angst und Schrecken halten. Scotland Yard hatte ohnehin mal eine “Erfolg” nötig. Und was die Lobbyisten der Überwachungskameraindustrie betrifft: Die stecken natürlich mit unter der Decke. Es geht unter anderem darum, der Welt die angloamerikanische Reihenfolge bei der Datumsangabe aufzuzwingen,

Wir berichteten (irgendwann führen wir auch die Elle und den Zoll [als Maßeinheit :) ] wieder ein und schaffen das SI ab)

wo der Monat vor dem Tag steht, was ja eigentlich mindestens so hinterwäldlerisch ist wie ein Nachname, der vor dem Vornamen kommt: “8/11″ klingt auch nicht anders als zum Beispiel “der Schönbohm Jörg”, bei welchem es sich nämlich um den Innenminister des für den internationalen Flugverkehr spektakulär irrelevanten Landes Brandenburg handelt,

Naja, die Leute rund um Bohnsdorf werden da wohl anderer Meinung sein, aber das ist ja schon wieder Berlin (!).

der ungefragt den Vorschlag gemacht hat, das Handgepäck zu verbieten. Und daß als Schmuggelbehälter von Flüssigsprengstoff nun auch Evian-Flaschen

Worum sich die Brasilianer einen Dreck scheren, wie sich der blogger persönlich überzeugen konnte.

ins Gerede gekommen sind: Das lenkt den Verdacht doch bitte endgültig auf Amerika, in das Land der dicken Mädchen,

(Hervorhebung vom blogger)

die sich irgendwann ganz einfach diskriminiert fühlen mußten

(Hervorhebung nicht vom blogger)

von den vielen dünnen Mädchen, die immerzu eine Flasche Evian mit sich herumtragen, beim Joggen, beim Shoppen und beim “Ich glaub´s nicht”-Sagen, und zwar weil sie glauben, daß dann die anderen glauben, daß sie ein Model seien. Und das ist es doch, worauf es bei der Sache letztlich immer hinausläuft: auf den Kampf gegen die Ungläubigen. Die Islamisten nennen es Dschihad. Und wir glauben ihnen noch nicht einmal den.

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Mai 12th, 2007 //date
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