Monatsarchiv für Oktober 2007

 
 

Firence

Auszug aus einer Diskussion auf der Internetseite von 3sat zum Thema Miss Kitty (von unten nach oben, Hervorhebungen in rot vom Blogger)

Florenz

Thema: Was darf Kunst?

Edelglotzauge
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 20:45 Uhr

Danke Freyr – gut gesagt.

Was mich anwidert sind diese immergleichen, längst überholten Gesten der Kunstanbeter und ihrer Höflinge.

Was wohl im Kopf eines Kulturzeit-Redakteurs vorgeht, wenn er mir mit meinen GEZ-Gebühren den x-ten Aufguss der “Kunstprovokation” anbietet. Wenn er Menschen zum x-ten Mal ins Gesicht spuckt, denen “noch etwas heilig ist”.

Die Phrase von der Freiheit der Kunst ist nur Teil des abgefeimten Kalküls.

Penetrant wurde immer wieder das “Verbotene” gezeigt. Hat Kulturzeit diese widerliche Infantilität nötig???

Die wir die Nase voll haben von solcher Pseudokultur, sollten gleich mal nach GEZ-Boykott googeln …

Freyr
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 20:19 Uhr K

Das Verlogene liegt darin, dass provozierende Machwerke verschiedenster Art von selbsternannten “Künstlern” oder “Kunstexperten” zur Kunst erklärt werden, obwohl sie lediglich Provokationen sind, um sich in der mehr oder weniger empörten Aufmerksamkeit zu sonnen. – Wie schrieb schon Boris Pasternak so treffend ?:
“Wir sind aus Furcht, als rückständig zu gelten, bereit, das kostbarste Gut zu verraten; wir preisen Abstoßendes und bejahen eifrig das Unverständliche”.

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Pöck
mixed_voices
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 20:14 Uhr

Es muß ethische, religiöse oder moralische Werte und Autoritäten geben, die nicht der Lächerlichkeit preis gegeben werden.
Der Papst, Jesus, Mohammed und der Dalai Lama gehören für mich dazu.
Eine Kultur wird auch an ihrem Niveau gemessen. “Miss Kitty” ist niveaulos und eine Zumutung für jeden intelligenten Menschen.
Aus der Geschichte wissen wir: Dekadenz kommt vor dem Zerfall.

Burkard Gronemeyer
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 20:04 Uhr

Was darf Kunst? Keiner fragt: Was darf die Kirche? Gerade erst hat Kardinal Meißner mal wieder homosexuelle Partnerschaften beschimpft. Als V. Beck ihn darauf hin als “Hassprediger” beschrieb, war die Aufregung groß. Fazit: Die Kirche darf alles, andere dürfen nichts. Ich hoffe nur, dass die Kunst weiterhin schön ungezogen bleibt! Und: Miss Kithy trifft doch den Nagel auf den Kopf, oder?

Arpan
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 19:45 Uhr

Wenn ein Kunstwerk zu solchen Reaktionen führt wie die im Beitrag gezeigte hat es seine Aufgabe erfüllt. Kunst muss provozieren, muss das nicht gefragte fragen, das nicht gesprochene sagen. Ohne Kunst würde die Gesellschaft sich hinter geistigen Scheuklappen verbarrikadieren, ohne Kunst würde der Affe Mensch noch immer in unbemalten Höhlen hausen.

insel
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 19:44 Uhr

Mir ist der üppige individuelle Ausdruck von Künstlern in unserer Gesellschaft langsam sehr peinlich…als wüssten sie nicht mehr, was sie nach Aussen ..krempeln sollten…!?
Kunst hat eine Verantwortung gegenüber dem individuellen Menschen. In unseren nördlichen
Sphären sollte die Kunst endlich Verantwortung gegenüber allen verhungernden, verdurstenden Individuen unserer gemeinsamen Erde wahrnehmen. Wir brauchen Modelle eines globalen Sozialstaates. Die aller Phantasie und allen Schöpfertums bedürfen. Warum überlassen die Künstler den Begriff “Globalisierung” allein der Wirtschaft???

M. J. Großmann
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 19:43 Uhr

Wie sollte man an diesem denkwürdigen Datum auf diese Frage anders antworten können als mit 95 Thesen?!

http://home.arcor.de/maggik/thesen.htm

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Maranata
Claudia86
Kunst darf alles! Natürlich sollten Künstler sich ihrer Verantwortung bewusst sein: wenn es darauf ankommt, fähig sein zu entscheiden, ob sie die Würde eines Menschen verletzen. I.d.R. tut das Kunst aber nicht & ganz sicher nicht, wenn der Papst als Skulptur in einer Unterhose gezeigt wird.

saxuisse
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 19:34 Uhr

Super! Ich bin begeistert! Endlich traut sich mal jemand im hochverklemmten Italien die Realität in Form von Kunst zu zeigen. Kaum zu glauben das er es geschafft hat Florenz als Ausstellungsort zu bekommen… Ich gratuliere dazu und hoffe das er nicht mit Drohungen oder schlimmeren rechnen muss – auch Katholiken können fanatisch reagieren…

pumuckl
Mitglied erstellt am 31.10.2007 um 17:56 Uhr

klaro! er trägt doch auch sonst kleider, die wie nachtwäsche bez. wie ein morgenmantel aussehen. aber ernsthaft: kunst darf alles! (in anlehnung an tucholskys “was darf satire? alles!”)
3sat.kulturzeit
Moderator erstellt am 31.10.2007 um 15:40 Uhr

Liebe Forums-Teilnehmer,
darf Kunst den Papst als Homosexuellen und in Unterhosen zeigen? Schreiben Sie uns im Forum Ihre Meinung!

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Krieg?!

Nichts Bessres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen

Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,

Wenn hinten, weit, in der Türkei,

Die Völker aufeinander schlagen.

Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus

Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;

Dann kehrt man abends froh nach Haus

Und segnet Fried und Friedenszeiten.

Johann Wolfgang von Goethe
Faust, Der Tragödie Erster Teil
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Tagebuch eines PC-Fanatikers X

Es ist geschafft!

Nun hab ich es doch noch geschafft: 22 Stunden später und um einiges ärmer (ein neuer Monitor mußte beschafft werden, denn ich brauchte einen mit DVI-Ausgang, sowie eine neue USB-Maus) läuft (fast) alles, wie geschmiert. Die auslaufende Flüssigkeit war Wasser aus dem Kühlsystem, ich hab sie nach Öffnen “aufgewischt” und hoffe, daß keine Systemkomponenten beschädigt wurden. Beim Hochfahren kam dann noch die Fehlermeldung “CPU Fan error”, aber immerhin wurde der Bildschirm angesprochen. Und dann startete tatsächlich Vista Home Premium und alles war perfekt.

Nun muß ich mich noch um das Netzwerk kümmern und dann kann es eigentlich losgehen.

Die Monitore

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Tagebuch eines PC-Fanatikers IX

Höllenmaschine II Compact

Nun ist sie also doch noch gekommen, meine Bestellung von vor ¼ Jahr! Die bisherigen Schwierigkeiten hatte ich bereits hier angedeutet. Eigentlich wollte mir die Post das Paket erst morgen aushändigen, aber eine nette Angestellte war mal nicht so. Und so war ich am Auspacken und staunte nicht schlecht, denn es fehlte ein Lieferschein (ich weiß also immer noch nicht genau, was eigentlich zum Lieferumfang gehört), Kabel waren keine dabei, nicht einmal ein Stromkabel, die versprochene Gravur fehlte, die Innenbeleuchtung blieb dunkel, was zunächst noch zu verschmerzen wäre, wenn, ja wenn er oder sie (der Rechner/die Höllenmaschine) wenigstens einen Mucks machen würde. tut er aber nicht! Monitor bekommt kein Signal, Tastatur wird zwar angesprochen, aber das nützt ja nix. So muß ich morgen also wieder anrufen und fragen, ob überhaupt ein Betriebssystem vorinstalliert ist. Bis dahin werde ich mich mal gedulden, zumal man großzügig statt des bestellten Intel Core2 Duo E6700 einen Core2 Quad Q6600 einbauen wollte. Außerdem an Bord:

Allerdings sollte das Teil erst einmal laufen, ehe ich mich freue :) Oh, fast vergessen, so sieht er aus:

Höllenmaschine II compact

Der letze Tagebucheintrag war hier.

P.S. Ein Gutes hatte die ganze Aktion dann doch noch heute. Ich habe meinen Kabelsalat mal etwas mehr konzentriert, die vielen Kabel in der ganzen Wohnung sind einem einzigen Telefonkabel gewichen. Alle Teile sind jetzt in meiner PC-Ecke (also NTBA, DSL-Splitter, WLAN-Router) konzentriert und die WLAN-Verbindung hat dadurch deutlich gewonnen, außerdem hab ich jetzt erstmal mein altes Telefon wieder am Arbeitsplatz und muß nicht mehr kilometerweit bis zum nächsten Fernsprecher rennen.

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Stadtalphabet III: O

O wie O-zwoo-worrrld

Heute war ich durch den weisen Ratschluß der eisenbahnzerstörerischen, arbeiterklassenspalterischen Genossen vom Deutschen Beamten-Bund (!) gezwungen, zu Fuß von Warschauer Straße (U 3) zum Ostbahnhof (Seminar) zu gehen, was mir körperlich sichtlich gut tat und mich geistig einigermaßen beflügelte, kam ich doch während des Marsches auf einen weiteren Beitrag zu meinem Stadtalphabet (In dieser Reihe sind bisher erschienen: A, I), heute also O.

Die eastsidegallery ist ja bekanntlich eines der letzten durchgängigen Mauerstücke, jedenfalls bis vor kurzem: denn was Mauerspechte und sonstige Trümmerfrauen nicht geschafft haben, für O zwoo war´s kein Problem. Inzwischen fehlt also ein riesiges Stück der Kunst-Galerie zugunsten eines Werbeständers (oder was da noch so alles hinkommen soll).

Wenn man sich erinnert, was an der Stelle so alles war, wo nun die O-zwoo-worrld-Baustelle ist, kann man nur sagen

Stuhlgang



Druff jeschissen, lab.!

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Hallo Zwillis,

wenn Ihr auch kaum bei mir vorbeischaut, ich weiß, mit der Computerie habt Ihr´s nich so…, trotzdem auch hier:

♥ Alles Gute zum Geburtstag

und feiert schön, bis die Tage.

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ST XI II

Crew langsam komplett

Die neue Mannschaft um Kapitän Kirk für den neuen ST-Kinofilm steht langsam, nur ein Jung-Schauspieler für Pille fehlt noch:

Chris Pine spielt den jungen Kirk, daneben werden gespielt:
"Spock" von Zachary Quinto ("Heroes"), "Scotty" von Simon Pegg ("Shaun of the
Dead"), "Chekov" von Anton Yelchin ("Alpha Dog"), "Sulu" von John Cho ("Harold &
Kumar"), "Uhura" von Zoe Saldana ("Fluch der Karibik") und es gibt sogar einen Auftritt des Ur-Spock" Leonard
Nimoy. Der australische Schauspieler Eric Bana ("Troja", "Hulk") wird
den Bösewicht "Nero" verkörpern.

Nachbesetzt

Inzwischen steht auch der Darsteller für Dr. Leonard McCoy fest: Es ist der Schauspieler Karl Urban (Herr der Ringe).

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Ehe mit Robotern?

Dies wird – nach Angaben des Herrn David Levy – ab 2050, zunächst natürlich in den USA, in Massachusetts als erstes, möglich sein und gesellschaftlich akzeptiert werden. Der Forscher arbeitet an der Universität von Maastricht und hat dies in licvescience.com geschrieben. “Sex” wird es bereits in fünf Jahren geben, was mich nicht wundern würde, denkt man an die aufblasbaren Puppen und ähnliches Zeugs, was es jetzt schon gibt.

Data (Verzeihung, ich weiß, er ist kein Roboter) und Bender wird´s freuen.

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Deutsch für Deutsche XIII

Deutsch ~ die Eisenbahnsprache

Unter dieser Überschrift fiel mir heute ein interessanter Artikel aus der FAS vom 08. 10. 2006 (!) in die Hand. Der Autor, Jürgen Kaube, bespricht darin eine Schrift der Herausgeber Gerstenkorn, Hums, Schmidt: Die Sprache der Bahn. Zur deutschen Eisenbahnsprache im europäischen Kontext und kommt zu interessanten Erkenntnissen.

Einmal haben viele Fachbegriffe des deutschen Eisenbahnwesens Einzug in die Alltagssprache genommen, wie z. B.

  • abblocken
  • Dampf ablassen
  • einheizen
  • etwas kommt in Fahrt
  • grünes Licht
  • Trittbrettfahrer
  • Schlußlichter
  • Weichen werden gestellt
  • der Zug ist abgefahren
  • man ist doch kein D-Zug
  • etwas auf der Strecke bleiben
  • und viele mehr.

Seine und die These des Buches ist nun, daß kaum eine andere Fachsprache größeren Einfluß auf das Deutsche genommen hat, wie die der Eisenbahner.

Interessant ist auch ein weiteres Details: Ende des 19. Jahrhunderts bemühte man sich die inzwischen verwendeten Lehnwörter einzudeutschen. Hießen beispielsweise 1836 die Fahrzeuge einer Eisenbahn (dieses Wort gab es nun bereits seit 1802, natürlich in etwas anderem Zusammenhang) Communications-Fortschaffungsmittel, so setzte sich bald in Analogie zum Pferdewagen das Wort Zug durch. Auch das anfänglich gebrauchte Personen-Einsteigeschuppen hat sich bekanntlich nicht gehalten. Generell kann für die Lehnwörter folgende Regel gelten: Die dem Publikum zugewandten Sachverhalte wurden dem Französischen, die für den Eisenbahningenieur wichtigen Begriffe der englischen Sprache entlehnt. (Nicht unerwähnt will ich lassen, daß ich schon länger vorhabe, einen entsprechenden Artikel zur Eindeutschung von Eisenbahn-Fachbegriffen im Reichsbahn-Wiki zu schreiben, ich glaube mit dem erwähnten Buch bin ich – wissenschaftlich fundiert [Klemperers LTI gibt da doch nicht allzuviel her] – fündig geworden). Abschließend noch einige Beispiele:

  • Billet – Fahrkarte – heute: Ticket
  • Perron – Bahnsteig – (vereinzelt schon:) Plattform
  • Kondukteur – Schaffner
  • Coupé (früher: Compartiments) – Abteil (Vorschläge damals waren auch: Verschließ, Querteil, Gelaß, Wagenstube)
  • Billet-Expedition – Schalter – heute: Counter
  • Lokomotive – Triebfahrzeug
  • Tender – …
  • Puffer – …
  • Lore – …
  • Tunnel – …
  • Waggon – Wagen
  • Explosionsmotor – Zerknalltreibling hat sich hier natürlich nicht durchgesetzt
  • Station – Bahnhof, Haltestelle, Haltepunkt

Inzwischen ist die offizielle Bahnpolitik bereits wieder tonangebend, was die Verenglischung sämtlicher Fachbegriffe – auch außerhalb der heutzutage üblichen Management-Terminologie – betrifft. Auch für das Publikum: DB headquaters, Lounges, Ticket, Service, Bistro (ein französischer Ausrutscher), Counter, …

Ich war wohl in meinem Beitrag letztens etwas zu früh dran.

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Chinesischer Angriff

Seit Wochen versuchen die Chinesen, sich in meinen Webserver als Administrator einzuloggen. Es scheint offenbar schlimmer zu sein, als bisher vermutet, wenn sie sich schon über so unbedeutende Server wie den meinen hermachen.

Hier mal der Auszug aus dem Log-Protokoll von heut morgen, wo letztmals am 12.10. im Sekundentakt Angriffe liefen:

Protokoll des Schreckens

Das ganze ist ein sog. Uni-Portal, in das man natürlich nicht reinkommt.

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