Es klingt zwar banal, aber in knapp zwei Stunden Herbstspaziergang durch das sonnige Berlin, können schon einige Absonderlichkeiten passieren. Dies noch nicht ahnend, machte ich mich heute auf die Socken.
Als erstes sprach mich ein Busfahrer des 248ers an:
Da, eine A-4! Die scheint ja regelrecht in der Luft zu stehen!
Ich blickte zum Himmel und sah ein Flugzeug, hatte aber keine Ahnung, was für ein Typ das war, meinte er etwa eine Douglas A-4?

Meine nachträglichen Web-Recherchen machten mich da diesbezüglich nicht viel schlauer, ließen mich aber auf eine – für mich – kleine Sensation stoßen: So erfuhr ich beim Durchschauen der Liste der Flugzeugtypen, daß in meinem Geburtsort Lommatzsch einst vom VEB Apparatebau recht leistungsfähige Kleinflugzeuge gebaut wurden.
Nun aber weiter auf meinem Weg durch das herbstliche Berlin. Meine Schritte lenkten mich in die recht noble Podbielski-Allee, wo ich an dem Pracht-Bau der الجماهيرية العربية الليبية الشعبية الاشتراكية (von rechts nach links lesen) vorbeikam, was man selbstverständlich sofort als Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija erkennt. Hier fiel mir spontan ein, daß der weise Staatenlenker soeben seine Milliarden (wo hat er die wohl her?) von den Schweizer Bankkonten abzieht, allerdings nicht etwa wegen der aktuellen Finanzturbulenzen – nein die Sache ist als Bestrafung der Schweiz gedacht, weil die Schweiz (!), nicht etwa deren Polizei oder Gerichte, es gewagt hat, einen seiner Söhne festzunehmen, der Hotelpersonal verprügelt haben soll. Die Schweiz (!) soll sich außerdem entschuldigen, die Pagen sind inzwischen (ebenfalls) finanziell abgefunden worden.
Also schnell weiter, was mir allerdings beim Einbiegen in die Lentze-Allee nicht so recht gelingen wollte (ich meine das “Schnell”), da mich eine (freie?) Mitarbeiterin des Privat-Unternehmens “Deutsche” Post AG, natürlich mit ihrem Zustellrad auf dem Bürgersteig entgegenkommend, ansprach mit den Worten:
Wo komme ich denn hier hin, wenn ich hier weiterfahre?
Darauf ich:
Sie kommen zum Ende der Lentze-Allee.
Sie:
Und was kommt dann?
Ich:
Dort sind die Podbielski-Allee/Ecke Pacelliallee.
Oh da bin ich aber mächtig falsch, ich will zum Hohenzollerdamm!
Während sie sich wütend entfernte, rief ich ihr nach:
Ich denke, Sie sind Briefträger!
und dachte noch, “Scheiß-Postreform”, ob die Leute wohl morgen früh ihre Post haben? Ein Blick auf die Karte verrät außerdem, wenn sie weiter gefahren wäre, wäre sie irgendwann auch zum Hohenzollerndamm gekommen, aber für mich hatte sie schon kein Ohr mehr. Ich hörte sie nur noch laut schnattern und war unwillkürlich an die Gänsescharen erinnert, die dieser Tage langsam gen Morgenland ziehen.
Was ich dann sah, hatte ich nun wirklich noch nicht gesehen. Wenige Meter nach meinem Post-Disput öffnete ein junger Mann den Bürgersteig oder zumindestens den angrenzenden Vorhof. Und mit leisem Schnarren erhob sich – fast majestätisch – ein Müll-Container aus der Versenkung. Obwohl ich eigentlich diesmal keine Fotos machen wollte, das habe ich dann doch aufnehmen müssen (mit der Neuen!)

Nee, Sachen gibt´s…
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