Unter diesem leicht modernistischen Titel haben sich vier Abgeordnete des Deutschen Bundestages von CDU, SPD, FDP und B 90/Grüne zusammengetan und gemeinsam mit einer Vielzahl von Fachleuten ein GRÜNBUCH herausgegeben, das sich mit den neuen Risiken in Deutschland befaßt.
Nun war und ist das Leben ja schon immer mit Risiken behaftet gewesen, so war es
- im Mittelalter ziemlich riskant als eine etwas unvorteilhaft dreinschauende Frau, die sich außerdem noch seltsam gebärdete, als Hexe verschrien zu werden und auf dem Scheiterhaufen zu landen
- auf Expeditionen ziemlich wahrscheinlich, sich – besonders in den Tropen – was ganz Fieses wegzuholen
- bereits bei Reisen durch die deutschen Landen und auch andernorts sehr wahrscheinlich, in der Postkutsche von Wegelagerern ausgenommen zu werden
- in der “DDR” höchst wahrscheinlich, wenn man etwas Falsches gesagt hatte, in den Knast zu wandern.
Und schließlich das größte Risiko des Lebens: die Gewißheit des Todes! Nun also Risiko 2.0, und ein Blick in das Grünbuch macht doch ziemlich nachdenklich.
War man sich bereits sicher, daß Privatisierung von Energie-, Wasser- und sonstiger Daseinsversorgung ein Irrweg ist (siehe: v. Weizsäcker: Grenzen der Privatisierung), so wird man bei der Lektüre des Grünbuches mehr als bestätigt.
Die vier Bundestagsabgeordneten haben im März 2007 das “Zukunftsforum Innere Sicherheit” gegründet und sich zahlreiche Fachleute ins Boot geholt. So haben am Grünbuch neben der Vierer-”Bande” Gerold Reichenbach, Hartfrid Wolff, Ralf Göbel und Silke Stokar von Neuforn beispielsweise mitgearbeitet
- Marie-Luise Beck (ehemalige Ausländerbeauftragte bei Schröder)
- Prof. Dr. Wolf Dombrowsky, Leiter der Katastrophenforschungsstelle Uni Kiel
- Dr. Wolfram Geier Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
- Clemens Graf von Waldburg-Zeil Generalsekretär des DRK
- und viele andere.
Das Grünbuch beschäftigt sich mit verschiedenen Szenarien, die uns in Deutschland durchaus und jederzeit treffen und unabsehbare, kaum zu bewältigende Folgen haben können. So befassen sich die Autoren beispielsweise mit
- Totalstromausfall in ganz Deutschland (dann könnte ich beispielsweise diesen Beitrag zwar schreiben – mit Bleistift und Papier – aber nicht veröffentlichen, und das wäre noch das geringste Übel, Beispiele gab es ja bereits mehrere)
- Terrorismus und Organisierte Kriminalität, die überall auf dem Vormarsch sind
- Seuchen
Der Zusammenbruch des Finanzsystems ist nicht betrachtet worden, das war offenbar (?) nicht vorhersehbar.
In Anhängen werden Fragen der Notstromversorgung von Krankenhäusern, Tankstellen, Bedrohung durch Terrorismus, Szenarien aus deisem Bereich, Klimawandel, Seuchengeschehen und Aufgaben der Bundeswehr in der öffentlichen Sicherheit.
Alles in allem sehr interessant. Es bleibt die Frage, was man nun eigentlich selbst tun könnte, um die Auswirkungen für sich selbst irgendwie in den Griff zu bekommen. Soll man Vorräte anlegen? Wie kann man eigentlich im Winter in einer kalten MIetwohnung wochenlang leben?
Es ist ziemlich frustrierend, wie machtlos man im Falle eines Falles wäre! Nun immerhin gibt es einige grundlegende Hinweise und Ratschläge, wie sie beispielsweise beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf deren Homepage zu finden sind. Interessant ist auch ein Besuch von deNIS, wo man aktuelle Bedrohungslagen und Katastrophenhilfehinweise findet.
Hier kann man sich übrigens das Grünbuch herunterladen. (Grünbuch Zukunftsforum, Anhang 2.1 med Versorgung bei Stromausfall, Anhang 2.2 Notstromversorgung der Tankstellen, Anhang 3.1 Bedrohung durch Terrorismus und OK, Anhang 3.2 Szenarien Terrorismus und OK, Anhang 4.1 Klimawandel, Anhang 6 Beitrag der Bundeswehr zur öffentlichen Sicherheit)
Und: Nicht verrückt machen lassen!
Start Slide Show with PicLens Lite





















































