Ist man dieser Tage im schönen deutschen Wald unterwegs und hat weder Messer noch Korb bei sich, kann man sich schon “in den Arsch hineinärgern” ob der pilzlichen Vielfalt. Doch halt, einen echten Waldschrat ficht das nicht an. Er greift zu einem seíner beiden Taschentücher (natürlich die aus Stoff, die aus Zellulose gehen wegen ihrer mangelhaften Feuchtehaltbarkeit und wegen ihrer geringen Größe natürlich nicht), schneidet sich einen Stecken, verbindet beides und legt es sich über die Schulter. So hat man zunächst einmal ein Behältnis. Die Pilze kann man dann auch herausdrehen, was auch mal gehen muß.
Unser Bild zeigt unser Modell Bettina mit dem Ergebnis unserer Ersatzkiepe:
Nun heißt es nur noch mit einiger Pilzkenntnis weiterzuschlendern und schon hat man eine vollwertige Mahlzeit zusammengesammelt. Hier noch einige pilzkundliche Fingerzeige:

Dunkle Rotkappe Leccinum versipellis
wohlschmeckend und natürlich eßbar, begehrter Speisepilz, wächst unter Birken mit orangegelbem bis gelbbraunem Hut und schwärzlich beschupptem Stiel sowie bläulich sich verfärbendem Fleisch. Ich hab den Pilz fast übersehen, da ich ihn für einen Fliegenpilz hielt.

Fliegenpilz Amanita muscaria
giftig, in seltenen Fällen tödlich, wächst in Nadelwäldern, enthält Rauschzustände auslösende Ibotensäure und unbedeutende Mengen an Muskarin.

Birkenpilz Leccinum scabrum
eßbar, wächst natürlich in Birkenwäldern mit weißem Fleisch, geruchslos, in der Stielbasis blauverfärbend, der Pilz ist gebietsweise stärker radioaktiv belastet.

Maronenröhrling Xerocomus badius
gesellig unter Fichten und Kiefern vorkommend, schönes gelbliches Fleisch, dunkelbrauner Hut; eßbar, Hut bei feuchtem Wetter schleimig, sonst samten, Röhren laufen bei Druck blaugrün an

Pantherpilz Amanita pantherina
wirkt ähnlich giftig wie der Fliegenpilz, meist jedoch stärker; kommt unter Laubbäumen vor, übersät mit reinweißen Pusteln, eine wulstige Stielknolle und eine glatte Manschette.

Mönchskopf Clitocybe geotropa
soll eßbar sein, wir lassen Ritterlingsartige allerdings immer stehen, soll süßlich schmecken, man kann ihn leider auch mit anderen, ungenießbaren Trichterlingen verwechseln, kommt in Laub- und Mischwäldern in Hexenringanordnung vor.

Das könnten alte Stockschwämmchen Kuehneromyces mutabilis sein, da sie gern auf Laubholzstümpfen siedeln. Sie sollen sehr gut schmecken, aber leicht mit dem sehr giftigen Gifthäubling verwechselt werden können. Also Finger weg!

Rotbrauner Scheidenstreifling Amanita fulva
ist eßbar und wächst in Nadelwäldern und Mooren, auch hier große Verwechslungsgefahr mit Knollenblätterpilzen, die tödlich sein können, daher lieber nicht mitnehmen…

Könnte eine Schmetterlings-Tramete Trametes versicolor sein, aber nicht sicher. Wie alle holzbewohnenden Pilze sowieso nicht genießbar.

Butterpilz Suillus luteus ist wieder mal ein Speisepilz, den man gut unter die Pilzmahlzeit mischen kann, wenn man den Hutschleim entfernt hat. Wächst nur unter Kiefern
So das wars aus deutschen Wäldern

Der Waldmistkäfer
und

das
Mauswiesel
sagen tschüß, jedoch nicht ohne den Warnhinweis, daß alle Angaben zu Pilzen ohne Gewähr erfolgen. Jeder Unkundige besorge sich ein Pilzbestimmungsbuch oder frage bei seiner örtlichen Pilzberatungsstelle nach.
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